Hilfsangebote bei ADHS
Hier findest du Unterstützung bei Diagnostik, Therapie und im Alltag – in Wülfrath und Umgebung.
Offizielle Anlaufstellen im Kreis Mettmann
Auf dem Weg zur ADHS-Abklärung und danach helfen offizielle Anlaufstellen im Kreis Mettmann weiter. Diese Übersicht ist nach dem typischen Weg geordnet: erste Schritte, spezialisierte Diagnostik, Unterstützung nach der Diagnose.
Angaben ohne Gewähr – Stand 2026. Änderungen oder veraltete Kontakte bitte melden, wir halten die Liste aktuell.
🔍 Erste Schritte bei Verdacht auf ADHS
🩺 Kinder- und Jugendarzt / Hausarzt
Der richtige Startpunkt für die medizinische Abklärung.
Hilft bei: erste Einschätzung · Überweisungen · weitere Diagnostik veranlassen
👦👩👧 Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Mettmann
📍 Neanderstraße 18, 40822 Mettmann · 📞 02104 92420 · ✉
Hilft bei: ADHS-Verdacht · Verhaltensauffälligkeiten · Schul- und Lernprobleme · Erziehungsfragen · psychologische Diagnostik
Kostenlos und vertraulich.
mettmann.de
🤝 Bergische Diakonie Aprath
📍 Diakonissenweg 36, 42489 Wülfrath · 📞 0202 2729-0
Hilft bei: Entwicklungsauffälligkeiten · ADHS-Verdacht · Verhaltensprobleme · Familienberatung · Orientierung im Hilfesystem
Eine wichtige regionale Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien.
🧠 Sozialpsychiatrischer Dienst Kreis Mettmann
Kostenlose Beratung für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Angehörige.
Mettmann, Erkrath, Haan: 📍 Timocom Platz 1, 40699 Erkrath · 📞 02104 99-2310 · ✉
Velbert, Wülfrath, Heiligenhaus: 📍 Friedrichstraße 293, 42551 Velbert · 📞 02051 6054-400
Hilden, Langenfeld, Monheim: 📍 Kirchhofstraße 33–35, 40721 Hilden · 📞 02103 2527-301
Kostenfrei und unter Schweigepflicht.
kreis-mettmann.de
♿ EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
📍 Am Sandbach 32, 40878 Ratingen · 📞 02102 7068540 · ✉
Hilft bei: Nachteilsausgleiche · Schwerbehinderung · Teilhabeleistungen · Rehabilitation · Sozialleistungen
Unabhängig und kostenlos.
eutb-kreis-mettmann.de · teilhabeberatung.de
🔬 Spezialisierte Diagnostik
Für Kinder und Jugendliche
🏥 Kinder- und Jugendpsychiatrie (LVR-Klinikum Düsseldorf)
📍 Bergische Landstraße 2, 40629 Düsseldorf · 📞 0211 922-0
Hilft bei: ADHS · ADS · Autismus · Angststörungen · Depressionen · weitere kinder- und jugendpsychiatrische Erkrankungen
klinikum-duesseldorf.lvr.de
🧩 Sozialpädiatrische Zentren (SPZ)
Geeignet bei komplexeren Fragestellungen.
Hilft bei: ADHS-Diagnostik · Entwicklungsdiagnostik · Autismus-Abklärung · Lern- und Leistungsstörungen
Überweisung meist durch Kinderarzt oder Kinder- und Jugendpsychiater.
Für Erwachsene
🧠 ADHS-Sprechstunde Neurologie & Psychiatrie Mettmann
📍 Karpendeller Weg 19, 40822 Mettmann
Hilft bei: Diagnostik für Erwachsene · Therapieplanung · Medikation · langfristige Betreuung
Überweisung erforderlich, Wartezeiten möglich.
neurologie-mettmann.de
🏥 LVR-Klinik Langenfeld – Behandlungszentrum Mettmann
📍 Am Kolben 2, 40822 Mettmann · 📞 02104 8170920
Psychiatrische Institutsambulanz für Erwachsene im Kreis Mettmann.
Behandlungszentrum · Institutsambulanz
🎯 Spezialambulanz ADHS im Erwachsenenalter (LVR Düsseldorf)
📍 Bergische Landstraße 2, 40629 Düsseldorf
Spezialisierte Diagnostik und Behandlung von ADHS bei Erwachsenen. Aufgrund hoher Nachfrage können Wartelisten bestehen.
klinikum-duesseldorf.lvr.de
🌱 Nach der Diagnose
🏛 Eingliederungshilfe (§ 35a SGB VIII)
Über das zuständige Jugendamt können je nach Bedarf Hilfen beantragt werden.
Hilft bei: Schulbegleitung · Integrationshilfe · heilpädagogische Förderung · Teilhabeunterstützung
Fehlt eine Stelle oder stimmt eine Angabe nicht mehr? Sag uns Bescheid – wir halten diese Liste aktuell.
Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen (§ 99 SGB )
„Sie oder Ihr Kind können einen Anspruch auf Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung haben, wenn ADHS die gesellschaftliche Teilhabe einschränkt. Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen ist meist der Träger der Eingliederungshilfe zuständig, wenn neben ADHS auch noch eine geistige oder körperliche Behinderung besteht, z.B. eine Epilepsie.“
ADHS Deutschland e.V.
ADHS Deutschland e.V. ist der größte bundesweite Selbsthilfeverband für ADHS in Deutschland. Als älteste und größte ADHS-Selbsthilfeorganisation engagiert sich der Verein seit bald vier Jahrzehnten ehrenamtlich für Menschen mit ADHS.
Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein, der auf Bundes-, Landes- und örtlicher Ebene organisiert ist. Über 200 lokale Selbsthilfegruppen (für Eltern und Erwachsene) gehören zum Netzwerk, die auch Nicht-Mitgliedern offenstehen.
Familienentlastende Dienste (FED)
Familienentlastende Dienste (FED) bieten praktische Entlastung für Familien mit einem betreuungsintensiven Kind – etwa durch stundenweise Betreuung, Freizeitangebote oder Begleitung. Auch für Kinder mit ADHS nutzbar.
Ambulantes betreutes Wohnen
Ambulante Unterstützung für ADHS-Betroffene in der eigenen Wohnung – Fachkräfte helfen regelmäßig vor Ort bei Struktur, Alltagsorganisation und psychosozialer Stabilisierung.
Betreutes Wohnen
Wohnform für Menschen mit ADHS, die in einem geschützten Umfeld leben und alltagspraktische sowie soziale Unterstützung erhalten – mit dem Ziel schrittweiser Selbstständigkeit.
Allgemeine Beratungshotlines
Kostenlose, anonyme Telefonangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern – unabhängig von Diagnose. Bei akuten Sorgen, familiären Belastungen oder Redebedarf stehen geschulte Berater bereit.
Zentrales ADHS-Netz & Regionale Netzwerke
Das Zentrale ADHS-Netz ist ein bundesweites Fachnetzwerk mit dem Ziel, Versorgung, Forschung und Vernetzung rund um ADHS zu verbessern. Es unterstützt auch regionale ADHS-Versorgungsnetzwerke.
Online-Informationsportale zu ADHS
Seriöse ADHS-Portale im Internet bieten fundierte, zielgruppengerechte Informationen, Materialien, Tests und Links zu Unterstützungsangeboten – kostenlos und jederzeit verfügbar.
Selbsthilfe und Austausch
In Selbsthilfegruppen schließen sich betroffene Erwachsene, Eltern von ADHS-Kindern oder Jugendliche mit ADHS zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen. ADHS-Selbsthilfegruppen treffen sich regelmäßig (vor Ort oder online) und bieten einen Raum, offen über Schwierigkeiten zu sprechen, Tipps weiterzugeben und gemeinsam Lösungswege zu finden.
Bundesweit koordiniert z.B. der Verein ADHS Deutschland e.V. ein Netzwerk von lokalen Gruppen. Solche Angebote können enorm entlastend wirken, da man merkt, dass man nicht allein steht.
ORIKO APP – Therapie-App für Erwachsene
ORIKO ist eine digitale Psychotherapie für Erwachsene mit ADHS. Die App führt Betroffene durch ein strukturiertes Programm mit Modulen zu Organisation, Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Stressbewältigung.
Als zugelassene „App auf Rezept“ (DiGA) kann ORIKO vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden.
Sie ermöglicht Erwachsenen mit ADHS ein orts- und zeitunabhängiges Training von Alltagskompetenzen und bietet Unterstützung im Selbstmanagement.
Schulische Unterstützung & Nachteilsausgleich
Wichtiger Baustein ist der Nachteilsausgleich (z.B. mehr Zeit bei Arbeiten, aufgeteilte Aufgaben, mündliche statt schriftliche Prüfungen). In schweren Fällen kann auch ein Wechsel auf eine Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung erwogen werden, insbesondere wenn trotz Schulbegleitung keine Integration in der Regelschule gelingt. Zudem stehen Schulpsycholog*innen beratend zur Seite, um bei ADHS-bedingten Lernschwierigkeiten zu helfen.
Eingliederungshilfe (§35a SGB VIII)
Unterstützung zur gesellschaftlichen Teilhabe für Kinder/Jugendliche mit einer (drohenden) psychischen Behinderung. Wichtigstes Beispiel bei ADHS ist die Schulbegleitung – eine Integrationshelfer*in begleitet das Kind im Unterricht zur Konzentrations- und Verhaltenshilfe. Auch therapeutische Leistungen oder teilstationäre Maßnahmen (z.B. Therapiegruppen) können als Eingliederungshilfe gewährt werden.
Sozialpädagogische Familienhilfe (§31 SGB VIII)
Eine Fachkraft unterstützt die Familie längerfristig im Alltag zu Hause und hilft bei Strukturierung, Erziehung und Bewältigung von Problemen.
Ziel ist es, eine Überforderung der Eltern abzubauen. Auch sogenannte Erziehungsbeistände (gezielte Hilfen für Jugendliche) sind in diesem Rahmen möglich.
Therapeutische Förderung
In einer Verhaltenstherapie lernen Kinder z.B. Alltagsstrategien und den Umgang mit Stress;
Ergotherapie fördert Konzentration, Motorik und Strukturierung des Alltags. Solche Therapieangebote helfen ADHS-Kindern, bessere Bewältigungsstrategien zu entwickeln und entlasten dadurch auch das Umfeld
Ärztliche und psychotherapeutische Behandlung
umfasst Aufklärung/Psychoedukation, ggf. medikamentöse Therapie (z.B. Methylphenidat) und Psychotherapie (meist Verhaltenstherapie) sowie Beratung des Umfelds (Eltern, Lehrer).
Kinder mit ADHS werden meist von Kinder- und Jugendpsychiatern oder spezialisierten Kinderärzten betreut.
Erwachsene mit ADHS wenden sich an Psychiater oder spezialisierte Psychotherapeut*innen (mit medikamentösen und Coaching-Ansätzen)
Das Angebot
Zur langfristigen Behandlung von ADHS können sich Betroffene an niedergelassene Fachärzte oder Psychotherapeuten wenden. Kinder mit ADHS werden in der Regel von Kinder- und Jugendpsychiatern (KJP) oder spezialisierten Kinderärzten betreut. Diese führen zunächst eine gründliche Diagnostik durch, klären die Eltern ausführlich über ADHS und stellen – falls nötig – ein individuelles Therapiepaket zusammen.
Oft besteht dieses aus einer Kombination von Bausteinen: Zum Beispiel regelmäßige Termine zur Verhaltenstherapie bei einem Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten für das Kind, begleitende Elternberatung für die Eltern und – bei sehr stark ausgeprägten Symptomen – zusätzlich eine medikamentöse Therapie. Medikamente wie Methylphenidat (z.B. „Ritalin“) können Impulsivität und Unaufmerksamkeit deutlich reduzieren; die Ärzte stimmen mit den Eltern ab, ob und in welcher Dosierung ein Medikament sinnvoll ist.
Parallel dazu erhalten Eltern praktische Tipps, wie sie zu Hause die Therapie unterstützen können; auf Wunsch wird auch die Schule einbezogen (etwa durch schriftliche Berichte oder Gespräche mit Lehrkräften). Erwachsene mit ADHS können sich an Psychiater oder psychologische Psychotherapeut*innen wenden, die Erfahrung mit ADHS haben. Dort stehen ähnliche Bausteine zur Verfügung: Beratung und Psychoedukation, gegebenenfalls Medikamente sowie verhaltenstherapeutische Ansätze (z.B. ein Coaching zum Alltagsmanagement).
Alle genannten Leistungen werden von den Krankenkassen getragen – allerdings ist häufig etwas Geduld bei der Terminvergabe nötig, da ADHS-Spezialisten gefragt und Wartezeiten nicht ungewöhnlich sind.
Zugangsvoraussetzungen
Eine Behandlung kann durch direkte Terminvereinbarung mit einer Facharztpraxis oder Psychotherapeut*in erfolgen.
Für Kinder stellen Kinderärzte oft eine Überweisung zum Kinder- und Jugendpsychiater aus, allerdings kann man in der Regel auch direkt einen Termin vereinbaren (die Überweisung erleichtert aber die Zuweisung).
Für psychotherapeutische Behandlung (Verhaltenstherapie) müssen sich Eltern oder Volljährige um einen Therapieplatz bemühen; hier findet zunächst eine psychotherapeutische Sprechstunde statt, danach beantragt die Therapeut*in die Kostenübernahme bei der Krankenkasse.
Wichtig: Die Krankenversicherung (gesetzlich oder privat) muss bestehen – die Kosten werden üblicherweise voll übernommen. Man sollte rechtzeitig anfragen, da insbesondere Psychotherapieplätze Wartezeiten haben.
Für Erwachsene gilt Ähnliches: Entweder Überweisung vom Hausarzt zum Psychiater oder selbstständige Terminbuchung beim Psychiater/Psychotherapeuten.
Es gibt Termin-Servicestellen (116117), die bei Bedarf helfen, fachärztliche Termine zu vermitteln.
Zielgruppe
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit diagnostizierter ADHS, die eine medizinische und/oder psychotherapeutische Behandlung benötigen.
Auch begleitende Bezugspersonen (Eltern, Angehörige) sind indirekt einbezogen, da ihre Schulung und Beratung Bestandteil der multimodalen Therapie ist.
Das Angebot richtet sich also einerseits an junge Patienten mit ADHS, andererseits an Erwachsene mit ADHS – jeweils mit dem Ziel einer umfassenden Behandlung (Medikation, Therapie, Beratung).
Regionale Verfügbarkeit
Bundesweit: Fachärztliche und psychotherapeutische Versorgung ist in ganz Deutschland verfügbar.
In jeder Region gibt es Kinder- und Jugendpsychiater bzw. -psychotherapeuten sowie Erwachsenen-Psychiater und Psychotherapeuten. Allerdings sind Spezialist*innen für ADHS je nach Region unterschiedlich dicht vertreten – in Ballungszentren gibt es meist mehrere mit ADHS-Erfahrung, in ländlichen Gebieten eventuell weniger.
Grundsätzlich kann aber jeder Vertrags-Psychiater oder -Psychotherapeut ADHS-Patienten behandeln.
Bei der Therapeutensuche hilft die Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigungen (siehe Weblinks). Termine für Erstvorstellungen können über den Patientenservice 116117 vermittelt werden.
Weblinks
Erziehungsberatungsstellen
Kostenlose Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche bei Erziehungs- und Verhaltensproblemen (inklusive ADHS). Erziehungsberatungsstellen vermitteln pädagogische Tipps und bei Bedarf weitere Hilfen. Oft werden auch Kurse zum Umgang mit auffälligem Verhalten angeboten.
Pflegeleistungen bei ADHS (Pflegegrad)
Wird dem Kind ein Pflegegrad zuerkannt, erhält die Familie Leistungen der Pflegeversicherung (z.B. monatliches Pflegegeld, Entlastungsbetrag).
Diese Unterstützung soll Eltern entlasten und zusätzliche Betreuung ermöglichen, wenn das ADHS-bedingte Verhalten des Kindes zu einem deutlich höheren Pflegeaufwand führt.
